Pierre Cardin: Kultiger Modedesigner in der Show ‚Fashion Futurist‘ geehrt

Der französische Designer prägte die Mode in den 1960er und 1970er Jahren mit kräftigen Farben, futuristischen Formen und einem gewagten Stoffmix. Dieser revolutionäre Modemoment wird in einer neuen Ausstellung in Düsseldorf gefeiert.

Geometrische Muster, übergroße Sonnenbrillen in Form von Volltreffer, eine wilde Mischung aus Stoffen wie Vinyl und Plexiglas – der kühne Look des Pariser Modedesigners Pierre Cardin sorgte in den 1960er und 1970er Jahren für Aufsehen.

Auf der Ausstellung „Pierre Cardin. Fashion Futurist“, die diese Woche im Kunstpalast Düsseldorf eröffnet wurde, sind mehr als 80 Haute Couture-Kleider und Accessoires aus dem kreativen Höhepunkt des französischen Designers zu sehen.

Die Show konzentriert sich auf Kleider, Stiefel, Brillen und Hüte, von denen einige das gesamte Gesicht bedecken und nur eine enge Öffnung für die Augen lassen. Laut Museum reicht das Spektrum von „jungen, androgynen Looks“ bis zu „futuristischer Mode des Weltraumzeitalters und der verträumten Eleganz der Abendgarderobe“.
Intergalaktische Mode

Cardin kreierte seinen futuristischen Look zu einer Zeit, als die ersten Star Trek-Episoden auf Fernsehbildschirme kamen.

Die Verwendung von hellen Farben, auffälligen Schnitten und starken Kontrasten spiegelte den intergalaktischen Zeitgeist wider. Die Begeisterung des Designers für Astronauten ist in vielen seiner Kreationen unverkennbar.

Berühmte Schauspielerinnen wie Lauren Bacall, Raquel Welch und Jeanne Moreau waren Cardin-Fans. Twiggy, ein britisches Model, trug in den 60er Jahren Cardin-Minikleider, während frühe Beatles-Bandfotos die Fab Four in seinen kragenlosen Anzügen zeigen.

Bei den Olympischen Spielen 1972 in München zeigte sich das deutsche Team in Unisex-Cardin-Overalls mit Ausschnitten im Bauch- und Brustbereich.

Klare geometrische Formen, Cardins Markenzeichen, wurden nicht nur für erkennbare Kleidung hergestellt, sondern inspirierten auch klobigen Metallschmuck, Knöpfe und Gürtel. Diese Formen wurden durch die ungewöhnliche Mischung verschiedener Stoffe verstärkt.

Cardin war besonders in der Lage, seinen einzigartigen Stil zu gestalten, indem er Stoffe auf die Körper seiner Kunden zuschneide, sagte die Kuratorin von „Fashion Futurist“, Barbara Til.

Ich schaue immer noch nach vorne

Pierre Cardin ist schon im Alter von 97 Jahren weit davon entfernt, in den Ruhestand zu gehen. Anfang dieses Monats präsentierte er seine Frühjahr / Sommer-Kollektion 2020 in China.

Wie in den 60er und 70er Jahren sind die Kreationen ausgesprochen futuristisch. „Meine Lieblingskleidung ist die, die ich für ein Leben erschaffe, das es noch nicht einmal gibt – für die Welt von morgen“, sagte Cardin einmal.

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